Ultreya et Suseya!

ul · tre · ya ultreia, ultreja, ultreÏa, eultreja (adverb) Gruß, spanisch, von lateinisch "eia ultra", "vorwärts", "weiter" mittelalterlicher Pilgergruß am spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. 

Traditionell beantwortet mit "et suseia" = "und aufwärts", "hinauf" (zu Gott; ins Himmelreich). Ausdruck von Brüderlichkeit und Solitarität und Unterstützung unter Pilgern. Aufmunternder Gruß, motivierender Aufruf, "Durchhalteparole", auf gut Wienerisch "Gemma, gemma, - keine Müdigkeit vorschützen". Die Anwort "et suseia" wäre dann mit dem tirolerischen "aufi muiss I (am Berg)" zu übersetzen. 

Jubelschrei. Ausdruck der Freude bei der Ankunft (am Berg der Freude, Monte do Gozo).

In der Neuzeit von "Buen Camino" (Gruß und Wunsch: "guten Weg!") abgelöst.

Ursprünglich von Langzeit Pilgern aus großen Entfernungen benutzt, gilt der Gruß heute als Symbol der Hoffnung und Ermunterung für alle Pilger, egal der Herkunft und des Transportmittels.

Quelle: https://xacopedia.com/

Erste Erwähnung im "Codex Calixtinus" (Liber Sancti Jacobi, Jakobsbuch) aus dem 12. Jhdt. (um 1140 n.Chr.), Papst Calixt II gewidmet, vermutlich vom frz. Gelehrten Aymeric Picaud zusammengestellt. Im 1. Buch, Kapitel XXVI über die Messe zum Fest des Hl. Jakobus am 25. Juli; Papst Calixtinus Predigt,  Absatz 11 heißt es: 

"cuncte gentes, lingue, tribus, iluuc uunt clamantes: suseia, ultreia" 

"Alle Völker, Sprachen und Stämme kommen zu ihm und rufen: Suseia, Ultreia". 

Im Apendix I in "Ad honorem regis summi" (in der Hymne an den Höchsten König ) heißt es:

"Unde laudes regi regum
solvamus alacriter,
Cum quo leti mereamur
vivere perhenniter.
Fiat, amen, alleluia,
dicamus solempniter
E ultreia esus eia
decantemus iugiter"

"Darum müssen wir dem König der Könige Loblieder singen,
damit wir würdig werden,
ewig glücklich mit ihm zu leben.
So sei es, Amen, Halleluja,
– lasst uns gemeinsam sagen –
E ultreya esus eya,
wir wollen ohne Unterlass singen"

Im Apendix II mit Kompositionen zur Verehrung des hl. Jakobus d. Ä. findet sich im Refrain vom Choral/Hymnus "Dum Pater Familias" ("als Gott Vater") auch als "Ultreya Lied" bekannt. Einer der ältesten Pilgerlieder weltweit, angestimmt nach der langen, beschwerlichen Reise, bei der Ankunft in Santiago de Compostela, auf dem "Monte del Gozo" (Berg der Freude) oder beim Einzug in die Kathedrale.

Das Pilgerlied enthält Wörter aus verschiedenen Sprachen, wie die der Pilger am Jakobsweg selbst. Es besteht aus sechs Strophen, sechs jambischen Versen, im spanischen Rhythmus. Der Refrain:

"Herru Sanctiagu, 

Grot Sanctiagu

E ultreya e suseya

Deus aiuda nos"

(Herr Santiago, guter Santiago, vorwärts und aufwärts, Gott beschütze uns).

In Martin Codax' Liederbuch "Galician Mistrels" um 1300 wird dieses Lied bereits übernommen.


vollständiger lateinischer Originaltext

deutscher Text

Noten und Text

lateinischer Gesang

Melodie mit original Instrumenten gespielt

Original Text aus Codex
Quelle: https://xacopedia.com/

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