Ultreya et Suseya!
ul · tre · ya ultreia, ultreja, ultreÏa, eultreja (adverb) Gruß, spanisch, von lateinisch "eia ultra", "vorwärts", "weiter" mittelalterlicher Pilgergruß am spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
Traditionell beantwortet mit "et suseia" = "und aufwärts", "hinauf" (zu Gott; ins Himmelreich). Ausdruck von Brüderlichkeit und Solitarität und Unterstützung unter Pilgern. Aufmunternder Gruß, motivierender Aufruf, "Durchhalteparole", auf gut Wienerisch "Gemma, gemma, - keine Müdigkeit vorschützen". Die Anwort "et suseia" wäre dann mit dem tirolerischen "aufi muiss I (am Berg)" zu übersetzen.
Jubelschrei. Ausdruck der Freude bei der Ankunft (am Berg der Freude, Monte do Gozo).
In der Neuzeit von "Buen Camino" (Gruß und Wunsch: "guten Weg!") abgelöst.
Ursprünglich von Langzeit Pilgern aus großen Entfernungen benutzt, gilt der Gruß heute als Symbol der Hoffnung und Ermunterung für alle Pilger, egal der Herkunft und des Transportmittels.
Das Pilgerlied enthält Wörter aus verschiedenen Sprachen, wie die der Pilger am Jakobsweg selbst. Es besteht aus sechs Strophen, sechs jambischen Versen, im spanischen Rhythmus. Der Refrain:
"Herru Sanctiagu,
Grot Sanctiagu
E ultreya e suseya
Deus aiuda nos"
(Herr Santiago, guter Santiago, vorwärts und aufwärts, Gott beschütze uns).
In Martin Codax' Liederbuch "Galician Mistrels" um 1300 wird dieses Lied bereits übernommen.
vollständiger lateinischer Originaltext
Melodie mit original Instrumenten gespielt


