Ultreya!
Mein Name ist Rena Koenig, ich lebe in Wien und beschäftige mich seit 2018 intensiv mit dem Jakobsweg und allem was dazu gehört. Im Herbst 2023 bin ich ihn dann auch endlich gegangen: ab Roncesvalles, 755km bis Santiago de Compostella und darüber hinaus.
Ich habe zum ersten Mal in den 1990er Jahren vom Jakobsweg gelesen, fand es interessant, habs im Hinterklopf abgespeichert aber die Idee nicht weiter verfolgt.
Mit Paulo Coelhos Buch "Auf dem Jakobsweg" (1999) und den Filmen "Brüder III - auf dem Jakobsweg" (2002) und "Pilgern auf Französisch" (La Meque, 2005) entstand der Wunsch "da auch mal hinzugehen", wie Hape Kerkeling es bekanntlich getan hat. An seinem Buch "Ich bin dann mal weg" (2006) und dem gleichnamigen Film (2015) kam man dann nicht mehr herum, um vom Jakobsweg Kenntnis zu nehmen.
Der Film von 1980er Rat-Packer Emilio Estevez mit seinem Vater Martin Sheen in der Hauptrolle, "The Way" (2010) hat mich besonders angesprochen und den Weg zum Ziel gemacht. Es folgten weitere (TV-)Filme, Dokumentationen und Artikel über den Weg der mich zunehmend anzog.
2016 habe ich erstmals jemanden getroffen, der ihn auch tatsächlich gegangen ist und mir begeistert davon erzählt hat. Von da an dachte ich immer konkreter darüber nach, tatsächlich selbst aufzubrechen und 2018 fiel der Entschluss es sollte bald sein. Erst war Herbst 2019 - in Begleitung - angedacht, was mir dann doch zu knapp war. 2020 war sowieso alles anders und der Weg quasi "gesperrt", 2021 auch noch steilweise schwierig und ein sogenanntes "heiliges Jahr", welches ich wegen zu erwartendem höheren Pilgeraufkommen vermeiden wollte. Weil sich das offenbar auch andere gedacht haben, und 2021 deutlich weniger Pilger sich aufmachten, hat der Papst das "heilige Jahr" spontan auf 2022 verlängert (das hat es in der 1000-Jährigen Geschichte des Jakobswegs zuvor nur ein mal gegeben: 1937/38 wegen des spanischen Bürgerkriegs).
So habe ich mich insgesamt fünf Jahre auf das "Projekt Jakobsweg" vorbereitet. Weniger physisch als intellektuell, wie das meine Art ist. Ich habe mehr als 150 Bücher in fünf Sprachen zum Thema gelsesen, das" World-Wide-Net" nach aller erdenklichen Information dazu durchforstet, jeden Film, jede Dokumation, die ich auftreiben konnte geschaut, an der für mich "perfekten Ausstattung" (Australische Pilgerinnen nannten mich "Gadget Girl") gebastelt, etwas Spanisch gelernt, und ja, letztendlich auch trainiert.
Beginn 2023 machte ich dann endlich "Nägel mit Köpfen" und buchte einen Flug für den 2. September. Und alleine, weil ich ganz in meinem Rhythmus gehen wollte, meinen Weg eben. Am Jakobsweg ist man ohnehin nie allein!
Bis zum nächsten Aufbruch - geplant wäre 2027, was dann doch ein "heilges Jahr" wäre - möchte ich hier mein umfassendes Wissen zu unterschiedlichen Themen rund um den Jakobsweg sammeln und weitergeben.
Ultreya!


