Jakobsweg der Frauen
Frauen am Jakobsweg
Bemerkenswert ist, dass erstaunlich viele Frauen, sogar schon sehr früh am Camino gepilgert sind und wesentliche Literatur darüber hervorgebracht haben. Im Mittelalter, neben der bereits erwähnten Mystikerin und 14-fachen Mutter Margery Kempe (1373-1438), sogar Königinnen und Heilige wie hl. Brigitta von Schweden, Maria von Burgund (1441) und HRR Kaiserin Mathilde von England (1125), Grafin Richardis von Sponheim (1056), Gräfin Sofia von Holland (1170), "eine Bessessene" aus Köln (1170), die adelige Mathilde Artois de Mauhaut ließ immerhin Stellvertreter für sich pilgern (13/14.Jhdt.). Jeanne Vieillard war die Erste die den Codex Calixt (Jakobsbuch) aus dem Lateinischen übersetze (1936, ins Französische) und damit die Forschung zum Pilgerpfad in Gang setzte. Schon in den 1920er Jahren war die amerikanische Hispanik Professorin Giorgiana Goddard-King mehrfach am Jakobsweg unterwegs und hat ein sehr fundiertes Kompendium in fünf Büchern (drei Bänden), sowie einen Bildband mit Edith H. Lowber veröffentlicht, die Fotografin Ruth Anderson (1920er) ebenfalls. Die Pullitzer Preisträgerin ("Zeit der Zärtlichkeit") Edith Wharton hat den Camino zwei mal besucht (1925 und 1928) und darüber geschrieben ("Back to Compostela", 1930; 2013 in Spanisch und Englisch neu veröffentlicht), wie auch Andrée Madeleine Husson, damals unter dem männlichen Pseudonym "Andre Corthis".
Sogar die Existentialistin und Feministin Simone de Beauvoir streifte den Chemin de Compostelle und erwähnt diesen (kritisch) in ihrer Autobiographie "Der Lauf der Dinge" ("La force des choses", 1963) in den 1980ern folgten Ralph und Joseph Fiennes' Mutter, die Malerin Jinni Fiennes (Jennifer Lash), die Anthropologin Elyn Aviva Feinberg, Laurie Dennet, die sich auch gleich am Weg niederließ, ebenso wie Anthropologin Nancy Frey, Journalistinnen Rebekah Scott, Tracey Saunders (die auch Priszilian Aufmerksamkeit schenkte) und Beebee Bahrami (mit Betonung auf die paganen Wurzeln des uralten Pfades). Die aus England stammende Alison Raju verliebte sich in den 1990er Jahren in den Way of St. James, fungierte als Pilgerführerin, schrieb eine Reihe von (Reise)Büchern, auch über die französischen Zuwege, war aktives Mitglied in Jakobsbruderschaften in England, USA und Italien und trug wesentlich zur Bekanntmachung des Weges bei. Die in der DDR geborene Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach beging den Jakobsweg schon in den 1980er Jahren und veröffentlichte einen Wanderfüher dazu (2001).
Hollywoodstar Shirley MacLane gehört mit ihrem New-Age Roman (2001) zu den Auslösern des neuen Camino-Hypes.
Hollywoodstar Shirley MacLane gehört mit ihrem New-Age Roman (2001) zu den Auslösern des neuen Camino-Hypes.
Viele weitere Autorinnen folgten am Jakobsweg, aufzuzählen wären: Ratgeber Queen Sonia Choquette, Vogue Autorin Kathy Harrison, Journalistin Jane Christmas und die Österreicherin Susanne Schaber die u.a. einen literarisch-kulinarischen Band mit Rezepten der Pilgerküche publizierte, die Pastorin Joyce Rupp, Single Pilgrim Rosemary Mahoney, Wiederholungspilgerin Beth Jusino, die Französin Alix de Saint André ("En avant route"), die bereits erwähnte österr. Fernwanderin Evelin Knyz, die deutsche Jakobsbruderschafts-Schwester Elisabeth Afernik, die Jakobsweg-Forscherin Denise Picard-Méa, die frz. Doktorandin Michél SoiletElisabeth Klose aus der Sicht der Hospitalera und viele andere.
Es gibt viel zu erzählen über den Jakobsweg und darüber hinaus...
Ultreya!












