"The Way - Dein Weg" Behind the Scenes and "The Wizzard of Oz"
"The Way - Dein Weg" Backstage Teil 1
Nach seinem Ausflug am Camino Frances wollte Martin Sheen mit seinem Sohn, Emilio Estevez einen Film drehen, der am Camino de Santiago spielen sollte. Emilio war nicht sofort an Bord, aber nach Abschluss anderer Filmprojekte, begann 2006 eine Idee zu reifen:
Die Geschichte sollte von einem Vater handeln, der seinen Sohn an den Jakobsweg verliert - so wie er selbst , wenn auch auf eine andere, positivere Art. Während der Location Suche unmittelbar vor Drehbeginn ereignete sich tatsächlich genau so ein Unglück in den Pyrenäen, wie es im Film passiert.
Als „Gerüst“ für die Geschichte verwendet er das „Zauberer von Oz - Motiv“*. Martins Rolle, Tom entspricht „Dorothy“ auf der Suche nach dem Glück, unterwegs auf der „yellow Brick Road“ zum Ort der Verheissung, dem „Emerald Castle“. Ihre Begleiter: der ängstliche Löwe auf der Suche nach „Mut“ ist Yorick van Wageningen als der liebenswürdige „Joost“. Sarah, gespielt von Deborah Kara Unger, ist wie „der Blechmann“ auf der Suche nach einem (neuen) Herz, welches man ihr gebrochen hatte. Als „Vogelscheuche“ stößt der Journalist mit Schreibblockade, Jack (James Nesbitt) auf der Suche nach Inspiration („Hirn“) dazu.
Jack ist dem Autor Jack Hitt nachempfunden, dessen Buch „Off the Road“ als Vorlage fungierte und einige Anekdoten („El Ramón“**) lieferte.
Einzelne Szenen waren von Martin spontan angeregt, so wie der Verlust des Rucksacks mit der Asche, als er in den Fluß springt um ihn zu bergen - ein gewagtes Unterfangen, das Martin Sheen mangels willigen Stuntmans bei widrigsten Bedingungen gleich zwei Mal selbst durchführen mußte - mit 69! Auch der Diebstahl seines Rucksacks ,inkl. der Überreste seines Sohnes, als ein Roma-Junge eine spektakuläre Verfolgungsjagd bis in die Untiefen Burgos auslöst, war Martins Idee, er wollte damit gegen Vorurteile anspielen.
Der Film wurde in chronologisch fortlaufender Sequenz, an original Schauplätzen am Camino in nur 40 Tagen mit dem schmalem Budget von knapp $ 2.000.000,00 gedreht. Dabei gab es einige Herausforderungen zu meistern: Das traditionell regnerische Wetter (tatsächlich waren es letztendlich nur 2 Regentage statt wie prognostiziert „Jeden Tag“), Streiks und Demonstrationen - die Martin Steen persönlich durch seine freundliche Art und unzähligen Selfies und Autogrammen aufgelöst hat, fehlende Drehgenehmigungen (in der Kathedrale durfte kein Filmteam jemals drehen - Familie Estevez erhielt erst unmittelbar vor Drehbeginn der Szene und nur dank deren Überredungskunst die exklusive Erlaubnis), eine kurzfristige Neubesetzung eines der Hauptcharaktere auf Umwegen (der „Einspringer“ Yorick van Wageningen verirrte sich zuerst nach Barcelona und stellte sich schließlich als Idealbesetzung heraus) u. a.
Der Film ist eine echte Familienproduktion:
Drehbuch/Produktion und Regie: Emilio Estevez, der zudem in Rückblenden als der verunglückte Sohn (u. a. als Tiraboteiro) auftritt
Hauptrolle: Martin Sheen
in einer kleinen Nebenrolle als Arzthelferin: Renée Estevez, Martins Tochter und Emilios Schwester
Assistenz: Taylor und seine Frau Julia Estevez
Trouble-Shooting: Carmen Estevez, Martins Schwester
weitere Familienmitglieder unterstützten vor Ort und bei der Promotion des Films.
**„El Ramón“ gab es wirklich, er betrieb tatsächlich eine sehr spezielle Herberge in einer Ruine einer Villa in Torres del Rio, die „Casa Barbara“. Weder das Haus, noch die Herberge bestehen mehr. Lediglich eine Gedenktafel für das Camino-Original Ramon Sostre findet sich an der Stelle der ehemaligen Herberge, direkt neben dem Refugium „Pata de Occa“ (Gänsefuß) welche von einem fast so exzentrischen Hospitalero aus Italien geführt wird.
Der kleine Independent Film erreichte Millionen in der ganzen Welt, er inspirierte viele den Weg selbst zu gehen, sorgte für einen Boom in den USA und einer stetig wachsenden Pilgerschar aus den USA und englisch-sprachigen Ländern. Die Einspielergebnisse liegen inzwischen weit über der $ 1-Milliarden-Grenze. Der Film wurde in diverse Sprachen übersetzt und animiert Pilger aus aller Welt aufzubrechen, jeden Tag.
off we go…
Dorothy begibt sich frohgemutes und und etwas unsicher auf den Weg. Die „gute Hexe des Nordens“ gibt ihr die Silberschuhe der toten bösen Hexe des Ostens (den „inneren Schweinehund“) - Die PilgerIn erwirbt die ultralight Hightech Ausrüstung vom Fachhändler des Vertrauens - die sie fit machen für die „gelbe Ziegelsteinstraße" Strasse - der Camino ist weitestgehend gelber Schotterweg und beginnt im NordWesten Spaniens, im Baskenland, dem Land der (guten) Hexen ("Gaia", "Meiga") — gesäumt von roten (Mohn)Blumen.
Immer hilfsbereit trifft sie neue Freunde - ihre Camino-Familie - und gemeinsam überwinden sie ihre Zweifel und meistern die Herausforderungen der „bösen Hexe des Westens“ - die Pilger trotzen dem regnerischen Wetter im äußersten Nord-Westen Spaniens - sie brechen zusammen und helfen einander wieder auf die Beine.
„over the Rainbow“ - Ultreeeeyyyaaa
Mit Hilfe der guten Hexe (Camino Angels) findet jeder was er sucht: Herz, Verstand, und Mut (Antworten, Trost/Liebe, Motivation/Fitness). So erreichen sie ihr Ziel: die gleissende Smaragd-Stadt (Pilgermassen im „Mekka“ der modernen Sinnsucher) und begegnen dem Zauberer - Jakobus - jeder auf ihre ganz eigene Art (religiös, spirituell oder touristisch).
„I Knew you could make it!“ (Glinda the Good Witch of the North)
Das Kinderbuch erschien erstmals 1900, stammt vom US-amerikanischen Autor Frank L. Baum (1856-1919), wurde als Theaterstück und Musical aufgeführt und mehrfach verfilmt. Zuletzt in der Version von „Wicked“ (2024) mit Cynthia Erica und Ariana Grande.
Baum führte ein einfaches Leben, hatte verschiedene Jobs, u. a,. als Journalist und Filmproduzent, und hatte immer mit vielen Menschen zu tun. Diese Erfahrungen und Begegnungen inspirierten ihn zu dieser Geschichte, die aus Gute-Nacht-Geschichten für seine eigenen Kinder entstand. Vom Jakobsweg hat er nie gehört.













